Theater Eurodistrict BAden ALsace – Ein Theater für die Grenzregion Strasbourg-Ortenau

Der Ausgangspunkt, unsere Leitidee:

Theater Eurodistrict BAden ALsace macht Theater für Alle, für alle Generationen, für alle in der Oberrheinregion beheimateten Menschen mit und ohne ausländischen Wurzeln, über alle Bildungs- und Gesellschaftsschichten hinweg. Als ein Theater der Grenzgänger und Brückenbauer will Theater Eurodistrict BAden ALsace Begegnungen ermöglichen für Menschen aller Kulturen.

Theater Eurodistrict BAden ALsace hat das Ziel, mit hohem künstlerischen Qualitätsanspruch, zeitgenössisches Theater zu schaffen, das nah an den Menschen, vom Leben im Heute erzählt. Theater Eurodistrict BAden ALsace greift Themen von gesellschaftlicher Relevanz auf, es bietet Unterhaltung, aber mit Haltung. Es macht Volkstheater ohne Volkstümelei.

Theater Eurodistrict BAden ALsace springt in seinen Aufführungen mit Leichtigkeit zwischen Sprachen, Kulturen und Nationen. Es verwebt Worte, Lieder, Bilder und Bewegungen zu einer einzigartigen Theatersprache, die vergessen lässt, dass es sprachliche und kulturelle Grenzen gibt.

Im Europäischen Forum am Rhein Neuried bespielt Theater Eurodistrict BAden ALsace ab der Eröffnung zu Beginn der Spielzeit 2019/2020 ein Amphitheater mit einer ansteigenden ovalen Sitztribüne für 150 Zuschauerinnen und Zuschauer.

Die neue Spielstätte im Europäischen Forum am Rhein Neuried

„,Was für ein besonderer Abend mit einem außergewöhnlichen Anlass‘, startete Petra Olschowski, Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, ihre Eröffnungsrede. Auch der Schirmherr des deutsch-französischen Theaterprojekts, Ministerpräsident Winfried Kretschmann, wäre zu diesem Leuchtturmprojekt der deutsch-französischen Freundschaft laut Olschowski gerne gekommen. ,Was mit Baal Novo und als deutsch-französisches Bühnenprojekt begonnen hat, hat heute mit dieser neuen Spielstätte eine Hei-mat gefunden‘, so die Staatssekretärin weiter. Olschowski sieht das neue Theater auch als Brückenbauer rechts und links des Rheinufers mit dem Ziel, der Idee Europa durch die Kunst neue Impulse zu geben. Darüber hinaus sei das Theater rund um sei-nen Intendanten Schoppmann jetzt das einzige Regional-Theater mit deutschen und französischen Schauspielern“
Offenburger Tageblatt, 02.10.2019

Die Eröffnung der neuen Theater BAAL Spielstätte im Europäischen Forum am Rhein Neuried, unmittelbar an der Rheingrenze im Herzen des Eurodistrikts Strasbourg-Ortenau war der absolute Höhepunkt im 2019. Mit der Spielstätte erhielt das Regionaltheater des Eururodistriktes einen festen kulturellen Ort der Begegnung, der für alle Menschen des Eurodistriktes einen bunten Strauß an kulturellen Veranstaltungen ab dem 28. September 2019 bietet. Die Gäste der Eröffnungswoche der neuen Spielstätte (28.09. bis 6.10.2020) kamen aus der gesamten Region und belegen, wie stark die Bindung des Theaters BAAL zu den Menschen aus dem Eurodistrikt Strasbourg-Ortenau durch den Regionaltheaterbetrieb seit 2015 gewachsen ist. Endlich bietet sich für das Theater BAAL die Gelegenheit nicht nur zu den Menschen in die Orte zu gehen, sondern diese auch zukünftig zu einem kulturellen Gegenbesuch am Rhein einzuladen.

Das Jahr 2019 war aber nicht nur gekennzeichnet durch aufwendige Vorbereitungen zur Eröffnung im Spätsommer, sondern zeichnete sich – wie in den Jahren zuvor – durch besondere Veranstaltungen in der Fläche aus.
Grenzüberschreitendes Kinder- und Jugendtheaterfestival »Allez Hop! 2019«
Auch 2019 tourte Theater BAAL vom 5.01. bis 12.03.2019 mit seinen bilingualen Kinder- und Jugend-stücken durch die Ortenau und das Elsass, flankiert durch Workshops, pädagogischen Angeboten und Nachbereitungen mit den SchauspielerInnen in den jeweiligen Spielorten. Die BAAL Neu-Produktion "Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt“, ein clowneskes Kinderstück über ein eher nicht ernst zu nehmendes Krisenmanagement einer deutsch-französische Feuerwehrbrigade wurde im Rahmen des Festivals 18-mal vor insgesamt 4998 Zuschauern gespielt und war somit ein großer Erfolg. Mit der Berufsfeuerwehr Offenburg und der Berufsfeuerwehr des Departments Bas-Rhin wurde aufgrund der inhaltlichen Thematik des Stückes eng kooperiert. Neben „Feuerwehr“, wurden sechs weitere Stücke aus dem Repertoire des Theaters während des Festivals angeboten. Es kam über die Dauer von rund drei Monaten zu Auftritten mit bilingualen Theater BAAL Produktionen in Drusenheim (F), Eschau (F), Geispolsheim (F), Gerstheim (F), Ostwald (F), Strasbourg (F), Berghaupten (D), Ettenheim (D), Frie-senheim (D), Kehl (D), Lahr (D), Lauf (D), Oberkirch (D) und Offenburg (D). 7 400 Zuschauern bei über 40 Vorstellungen beiderseits des Rheins, belegen den großen Zuspruch für ein bilinguales Theateran-gebot in der Region.

Open Air Theater
Das Format Sommertheater von Theater BAAL wurde auch in 2019 erfolgreich umgesetzt, erneut mit Freilichttheater-Veranstaltungen in Gärten, Parks, Höfen, Weingütern und Burganlagen des Euro-distriktes.
„Die Kooperation der Gemeinde Lauf mit dem BAAL novo Theater Eurodistrikt ist eine gelungene. Das Konzept mit vier Theaterstücken für kleine und große Theaterfreunde geht auf“, schreibt das Offen-burger Tageblatt am 23.07.2019 über den Laufer Theatersommer, der bereits seit 2016 auf der Burg Neuwindeck in enger Partnerschaft zwischen Gemeinde und Theater durchgeführt wird, mit Zu-schauern aus der gesamten Region. Diese besondere Form der Kooperation des Theaters mit Ge-meinden wurde auch in anderen Spielorten umgesetzt. „Zwei Genies am Rande des Wahnsinns“, eine Komödie, eigens für die Open Air Sommer produziert, wurde unter anderem im Kurpark Bad Peter-stal, in Durbacher und Oberkircher Höfen, im Kulturkeller Ettenheim, im Offenburger Vinzentiusgar-ten und auf dem Ohlsbacher Rathausplatz gespielt

Eröffnung Theater BAAL Spielstätte im Europäischen Forum am Rhein, 28.09.2019
„Seit 13 Jahren ist Baal Novo eine feste Größe auch für das Elsass. Das Theater wird zum symboli-schen, kulturellen Mittelpunkt im Herzen der Oberrheinregion und verkörpert damit das europäische Ideal im Kulturbereich.“ (Offenburger Tageblatt, 2.10.2019)
Die Worte von Frédéric Bierry, Präsident des Conseil Departement du Bas Rhin, belegen die enorme Strahlkraft, die vom kulturellen Leucht-turmprojekt des Theater Eurodistrict Baden Alsace für die Oberrheinregion ausgeht. Mit der Eröffnung der Spielstätte am Rhein erhielt der Eurodistrikt, eine weitere kulturelle Einrichtung, die über-regionale Aufmerksamkeit erregt und die kulturelle Attraktivität der Grenzregion wesentlich bereichert.

Zusätzlich zu seinem Regionaltheaterbetrieb betreibt Theater BAAL ab Eröffnung an der deutsch-französischen Grenze seine neue Spielstätte mit 150 Plätzen und verwirklicht im Europäischen Forum ein Konzept einer grenzüberschreitende Begegnungsstätte, die Raum bietet nicht nur für Kultur und Theater, sondern auch für politische und wirtschaftliche Begegnungen (Vorträge von Catherine Trautmann und Dr. Wolfgang Schäuble). Dieses Konzept konnte ab Eröffnung mit einer Auslastung der Veranstaltungen von im Durchschnitt 80% erfolgreich umgesetzt werden. So konnte in der Zeit vom 28. September bis Anfang März 2020 88 Veranstaltungen, Diskussionen, Begegnungen und Se-minare im Europäischen Forum mit 7923 Besuchern (Tag der offenen Tür am 29.09.19 zusätzlich mit 1800 Besuchen aus der gesamten Region) durchgeführt werden.

Neben der Durchführung von Lehrerstammtischen, Theaterworkshops, Theaterferienprogrammen und regelmäßigen Theaterclubs, war der Höhepunkt der theaterpädagogischen Arbeit des Theaters mit Amateuren in 2019 die Aufführungen des Schulklassikers „Die Welle“. „Die Welle wurde von der BAAL – Theaterpädogigin Florence Herrmann mit 15 Jugendlichen und jungen Erwachsenenen in Lahr erarbeitet und tourte anschließend durch Ortenauer Schulen.“ (Lahrer Zeitung, 05.07.2019)

Das Jahr 2019 bestätigt somit die erfolgreiche Arbeit des Theaters seit Beginn des Regionaltheaterbe-triebes und ist gleichzeitig absoluter Höhepunkt der ersten Förderperiode durch den Eurodistrikt Baden Alsace. „Mit dem ,Forum am Rhein‘ entsteht nicht nur eine moderne Spielstätte für das Thea-ter, sondern wir bekommen mit diesem imposanten Bauwerk an markanter Stelle im Herzen des Eurodistrikts Strasbourg-Ortenau einen attraktiven Ort der Begegnung und des grenzüberschreiten-den kreativen Dialogs für die gesamte Region. In diesem Sinne lade ich Sie herzlich ein, Platz zu neh-men im neuen Theater BAden ALsace“, schreibt Landrat Frank Scherer im Vorwort der BAAL Spiel-zeitheft 2019/2020. Dieser Einladung schließen wir uns an und fühlen uns Ihr in den nächsten Jahren der Förderung durch den Eurodistrikt Strasbourg-Ortenau verpflichtet.

Die Geschichte. Eine Idee wird verwirklicht.

Gegründet 2005 steht anfangs das Nebeneinander der deutschen und französischen Sprache in den Theater Eurodistrict BAden ALsace - Stücken im Zentrum der künstlerischen Arbeit. Theater Eurodistrict BAden ALsace startet als Experiment deutsch-französischer Zusammenarbeit, in dem Künstler beider Nationen jeden Tag kreative Zusammenarbeit üben und erproben. Mit den Mitteln des Theaters wollen die Gründer Edzard Schoppmann, Diana Zöller und Richard Doust Hemmschwellen, Sprach- und Berührungsängste der Badener und Elsässer abbauen. Das Theater Eurodistrict BAden ALsace steht dabei als regionale Klammer für das deutsche BAden und das französische ALsace. Die künstlerische Herausforderung dieses Konzeptes: Wie gelingt es, Stoffe, Dialoge und Szenen unter multilingualen Aspekten für (monolinguale) Zuschauer dramaturgisch, schauspielerisch und inszenatorisch spannend und mit hoher künstlerischer Qualität umzusetzen?

Als sehr erfolgreiches typisches Beispiel dieser ersten Theater Eurodistrict BAden ALsace – Jahre sei die Produktion „MarlenePiaf“ (2006) genannt, ein Stück über die Freundschaft von Marlene Dietrich und Edith Piaf, in den Hauptrollen Zabou Lux und Juliane Hollerbach. Die Produktion steht nach wie vor mit nahezu 100 Vorstellungen in Deutschland und Frankreich auf dem Spielplan, und wird auch von anderen Theater nachinszeniert.

Ab 2007 wurde das bilinguale Konzept zu Gunsten eines breiteren interkulturellen Anspruchs geöffnet, das auch türkische, arabische und russisch-ukrainische Kulturen – die Kulturen der Einwanderer in der Region – in die künstlerische Arbeit mit einbezieht. Das Themenfeld von Theater Eurodistrict BAden ALsace erweitert sich: Islamismus, die prekäre Situation von jugendlichen Migranten in französischen Großstädten, zeitkritische, aktuelle Inhalte werden durchleuchtet und auf die Bühne gebracht.

2008 scheidet Richard Doust aus dem Leitungsteam aus, für ihn übernimmt Jean Lorrain zusammen mit der Kulturmanagerin Lucienne Eschlimann die französische Leitung von Theater Eurodistrict BAden ALsace Frankreich.

Für sein Stück „Jihad mon amour“, das den gewaltbereiten Islam mit einem lebensbejahenden, sinnlichen und toleranten Islam kontrastiert, erhält Edzard Schoppmann 2009 den deutsch-niederländischen Preis für Kinder- und Jugenddramatik. Die Inszenierung sorgt für viel Furore. Das Plakat und der Stücktitel werden von Seiten einiger Muslime in Offenburg als Provokation verstanden. Sicherheitskräfte befürchten ähnliche Szenarien wie bei der Ermordung des niederländischen Filmregisseurs Theo von Gogh und bewachen die Premiere in Offenburg mit Sicherheitspersonal und Sprengstoff-Suchhunden. In Koproduktion mit dem Schauspiel Bonn bringt Theater Eurodistrict BAden ALsace „Getürkt“ (2012) von Jörg Menke-Peitzmeyer zur Uraufführung. Ein Stück, das sich - lange vor dem Hochkochen der Asyldebatte - mit der Abschiebung von Musa, einem jungen Flüchtling, beschäftigt. Das Stück stellt die Frage, wer ist verantwortlich für sein Scheitern: Die Gesellschaft, das persönliche Umfeld, oder Musa selbst? Für die Produktion erhalten Theater und Autor das Projektstipendium des Baden-Württembergischen Jugendtheaterpreises.

Bewusst entscheiden sich die Theatermacher dafür, interkulturelle Themen jenseits von „political correctness“ und „Kuschel-Interkulturalität“ anzusprechen. Wenn wir Brücken schlagen wollen zwischen unserer und fremden Kulturen, so die Überzeugung, braucht es Ehrlichkeit, Offenheit und kreative Streitkultur in gegenseitiger Achtung.

Die Tourneetätigkeit erweitert sich in diesen Jahren, Gastspiele werden überall in Deutschland gegeben, in Frankreich tourt das Theater zwischen der Bourgogne und Lothringen, in Deutschland folgt das Ensemble Einladungen vom südlichen Konstanz bis ins nördliche Itzehoe. Im deutsch-französischen Kontext wird 2012 mit ALLEZ HOP ein sehr erfolgreiches jährlich stattfindendes Festivalformat entwickelt, bei dem inzwischen viele Städte in der Grenzregion mit zuletzt 8000 Besuchern bespielt werden.

Soziokultur und Transkulturalität – Die Grenzen erweitern sich.

Mit dem Ziel neben nationalen und kulturellen auch Brücken zwischen gesellschaftlichen Gruppen zu schlagen, bietet Theater Eurodistrict BAden ALsace seit 2011 jährlich mindestens ein soziokulturelles Projekt an, bei dem Bürger der Grenzregion partizipieren können. Diese Projekte wenden sich unter Mitwirkung von Betroffenen mit Unterstützung von professionellen Schauspielern und Regisseuren an ein breites Publikum mit dem Ziel, viele Menschen für die Lebenswelt gesellschaftlicher Gruppen wie Migranten, Obdachlosen, Arbeitslosen, allgemein sozial Schwachen zu interessieren. Gleichzeitig ist es Ziel dieser Projekte, Betroffenen eine Stimme zu geben, ihnen Aufmerksamkeit zu verschaffen und sie gesellschaftlich und persönlich zu stärken.

Auch in der ersten Theater Eurodistrict BAden ALsace Freilufttheaterproduktion „Die Odyssee“ (2013) stehen – in Kooperation mit der Landesbühne Bruchsal - Amateure und professionelle Schauspieler gemeinsam auf der Bühne, auf einem zum Segelschiff umgebauten Feuerwehrauto touren sie durch den Eurodistrikt. Die Theaterproduktion baut auf einem einjährigen Projekt mit wohnungslosen Menschen auf. So werden im Vorfeld Kontakte zu Bewohnern von Obdachloseneinrichtungen aus Straßburg, Bruchsal und Offenburg geknüpft, die von Theater Eurodistrict BAden ALsace Schauspielunterricht erhalten. Ihre Geschichten fließen später in die Inszenierung ein.

Mit der Produktion „Die Odyssee“ stößt erstmals der Straßburger Regisseur und Schauspieler Maxime Pacaud zu dem Ensemble, der inzwischen in vielen Theater Eurodistrict BAden ALsace-Produktionen mitwirkt und Regie führt, u.a. inszeniert er „Die Geschichte von Petit Pierre“ (2016), eine Zeitreise durch das 20.Jahrhundert in der verspielten Bilderwelt eines geistig behinderten Künstlers.

Im Zuge der Flüchtlingskrise 2015 wird die Arbeit mit Migranten Schwerpunkt der soziokulturellen Projekte: Künstlerische Höhepunkte des neu benannten „Theater der Migranten“ sind die Produktionen „Afrika“ (2015) und „Im Wartesaal der Träume“ (2017), die sich mit den Lebenssituationen von Flüchtlingen und dem Verhältnis zwischen Deutschen und Flüchtlingen auseinandersetzen.

Unter dem Motto „Go east“ ist Theater Eurodistrict BAden ALsace in den Jahren 2011 bis 2013 besonders in Russland und der Ukraine aktiv. So inszeniert Edzard Schoppmann im Sommer 2011 am russischen Staatstheater in Ufa „Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran“ in russischer Sprache. 2012 entsteht in Kooperation mit dem ukrainischen Troicki-Theater „FluxArt“, eine Performance, die sich metapherhaft mit den Nationalflüssen Rhein und Dnepr beschäftigt. In einer Mischung aus Tanz, Bildertheater, Songs und Videoclips spielen deutsche und ukrainische Schauspieler ein Stück über nationale Mythen, persönliche Träume, geschichtliche Traumata, und kleine deutsch-ukrainische Hoffnungen. FluxArt wurde vom ukrainischen Publikum mit stürmischen Applaus und Bravo-Rufen gefeiert.

2013 empfängt Theater Eurodistrict BAden ALsace das 40-köpfige russische Ensemble vom russischen Staatstheater in Ufa mit seinem Musical „Die Blaue Kamee“ in der Offenburger Reithalle. Die russischen Darsteller wurden bejubelt und mit stehenden Ovationen und Gesängen vom Publikum gefeiert. Viele Offenburger Burger der deutsch-russischen Gemeinschaft hatten den Abend genutzt, um ein Stück Heimatkultur zu erleben, darunter auch Schauspieler des russischen Kulturvereins „Samowar“ aus Offenburg. Einige der Schauspieler sind Theater Eurodistrict BAden ALsace seither treu geblieben und stehen im Jahr darauf selbst auf der Bühne. In „Heimat Express“ fährt ihr Zug aus der vertrauten alten in eine ungewisse neue Heimat ab. Mit eigenen Einwanderer-Erfahrungen im Gepäck haben die Amateure das Stück unter Anleitung der Theater Eurodistrict BAden ALsace Theaterpädagogin Katrin Schwanen entwickelt.

In Kooperation mit dem Théatre de la Grenouille aus Biel/Schweiz schreibt und inszeniert Edzard Schoppmann das Roadtheater „Anima“ (2014), ein Stück über eine junge Französin und ihren dementen Großvater, die sich zusammen auf die Suche nach der deutschen Jugendliebe des Großvaters begeben. Tilmann Krieg schuf für das Roadtheater Projektionen und Videofilme: Eine Bilderreise durch Frankreich in die deutsch-schweizerische Bergwelt. Das Stück, in den Hauptrollen der australischen Schauspieler Arthur Baratta und die Straßburger Künstlerin Stephanie Felix, wurde für TRIPTIC der Stiftung PRO HELVETIA kuratiert und ausgewählt.

Inzwischen versammelt Theater Eurodistrict BAden ALsace unter seinem Dach ein Ensemble aus 8 Nationen. Theater Eurodistrict BAden ALsace lebt Integration, offen, ehrlich, kritisch, respektvoll. Theater Eurodistrict BAden ALsace heißt: Wir sind Menschen, die sich mit Menschen für Menschen engagieren, und mit unseren künstlerischen Mitteln fragen, was es bedeutet, heute Mensch zu sein.

Theater Eurodistrict BAden ALsace, das Regionaltheater des Eurodistrikts Strasbourg-Ortenau

Seit 2014 setzt sich Theater Eurodistrict BAden ALsace zum Ziel, in der Region mit Gastspielen vor Ort ein breiteres erwachsenes Publikum zu gewinnen, indem das Ensemble einen deutsch-französischen Humor, eine grenzüberschreitende spielerische Leichtigkeit entdeckt. Als Rahmen für die so realisierten oft musikalischen Comedys wird auch ein Zirkuszelt angeschafft, unter dessen Kuppel während des Sommers die Grenzregion bespielt wird. Doch nicht nur im Zelt wird gespielt, auch in Gärten, Markplätzen, Bauernhöfen, Burgen, Stadt- und Festhallen vor Ort. Mit Komödien wie „Zur Sache, Chérie!“ (2013) „Um die Welt in 80 Tagen“ (2014), „Runter zum Fluss“ (2015), „Macho Man“ (2017) und „Illusionen einer Ehe“ (2018) bietet Theater Eurodistrict BAden ALsace seitdem den Menschen in der Region Theater für Kopf, Herz, Bauch und Lachmuskeln.

Zum 10-jährigen Jubiläum 2015 tauft sich das deutsch-französische Ensemble um in Theater Eurodistrict BAden ALsace. Mit der Namenserweiterung will es Vorreiter sein, und ein Signal setzen für die Entwicklung des Eurodistrict Strasbourg-Ortenau zu einem Labor Europas mit überregionaler Ausstrahlung. 2015 wird es mit dem Einstieg des Landkreises in die institutionelle Förderung des Theaters zum Regionaltheater der Ortenau. Neben den Hauptförderern, dem Land Baden-Württemberg und dem Landkreis Ortenau, wird das Theater inzwischen von den Städten Offenburg, Lahr und Straßburg, und dem Departement Bas-Rhin und der Region Alsace gefördert. Der Eurodistrict fördert das Theater bereits seit 2012. Im Zuge der immer größeren Aufgaben und Arbeitsfelder stößt 2014 Guido Schumacher zum Leitungsteam von Theater Eurodistrict BAden ALsace, er wird Geschäftsführer und Präsident von Theater Eurodistrict BAden ALsace Frankreich. In der Abteilung JUNGES THEATER sind alle Theateraktivitäten für und mit Kindern und Jugendlichen zusammengefasst. Dazu gehört auch BABEL, das 2015 neu gegründete theaterpädagogische Projekt in Lahr. BABEL, angesiedelt im Jugendkulturzentrum Schlachthof, schafft kreative Räume für Begegnungen von Kindern und Jugendlichen unterschiedlicher Kulturen und Gesellschaftsschichten.

Seit 2016 geht Theater Eurodistrict BAden ALsace auch im Juni und Juli jeden Jahres auf Sommertour durch die Ortenau. Für die Ortenaurevue „Blutsschwestern und Blutsbrüder“ (2017) – ein Volkstheater über die Nachkriegszeit - wird eine mobile Bühne konstruiert und gebaut. Mit „Ein Bruder namens Martin“ (2017) von Tilmann Krieg und Diana Zöller konzipiert und inszeniert, geht Theater Eurodistrict BAden ALsace erstmals auch auf Tournee durch die Kirchen der Ortenau.

Bis 2018 hat Theater Eurodistrict BAden ALsace in fast allen der 51 Städte und Gemeinden der Ortenau Station gemacht. Feste Partnerschaften wurden geschlossen mit den Kreisstädten Offenburg, Lahr und Kehl. Aber auch mit kleinen Gemeinden wie Lauf, Ettenheim, Gengenbach, Schwanau entstehen enge Partnerschaften. Immer mehr Gemeinden schließen sich dem Netzwerk von Theater Eurodistrict BAden ALsace an. Die Zuschauerzahlen steigen jedes Jahr, eine Erfolgsgeschichte.

Unser Dank.

Viele Menschen haben Anteil an dieser Erfolgsgeschichte, natürlich haben die Künstler und die Mitarbeiter von Theater Eurodistrict BAden ALsace mit ihrem unglaublichen Engagement den größten Anteil. Aber ohne Unterstützung des Umfeldes und der Politik, wäre dieser Weg nicht möglich gewesen. Wir können uns nicht bei allen bedanken, es sind zu viele, die uns geholfen haben in den Jahren seit 2004. Doch einige möchten wir nennen, ohne den Anteil der nicht Genannten zu schmälern. Unser Dank gehört dem Offenburger Kulturbüroleiter Edgar Common, der 2005 nach Offenburg geholt hat, und dem ehemaligen Offenburger Bürgermeister und derzeitigen Kreisrat Dr. Christoph Jopen. Beide stehen uns seit Jahren mit Rat, auch konstruktiver Kritik und viel Engagement zur Seite. Ohne den Einsatz und die Unterstützung von Frank Scherer, Landrat der Ortenau und Präsident des Eurodistricts, und Roland Ries, Oberbürgermeister von Straßburg und Vizepräsident des Eurodistricts, stünden wir nicht da, wo wir heute angekommen sind. Herzlichen Dank gebührt auch Guido Schöneboom, Bürgermeister von Lahr. Einem Unterstützer möchten wir besonders danken, Dr. Peter Selbach, leider ist er 2016 bereits gestorben. Ohne seinen engagierten Einsatz für die Theater im Land und besonders auch für unser Theater, gäbe es Theater Eurodistrict BAden ALsace nicht. Der langjährige Abteilungsleiter im Kunstministerium hat zusammen mit dem damaligen Staatsekretär für Kunst Dr. Dietrich Birk in den ersten Jahren geholfen, dieses Projekt wirtschaftlich zur Welt zu bringen, und am Leben zu halten. Doch nicht nur ihnen verdanken wir die seit der Gründung Theater Eurodistrict BAden ALsaces großartige unablässige Unterstützung des Landes Baden-Württemberg: Ohne ihre Nachfolger Christoph Peichl und Kunststaatssekretärin Petra Olschowski könnten wir nicht das neue Theater am Rhein eröffnen – für diese Zukunftsperspektive danken wir!

Das Ensemble von Theater Eurodistrict BAden ALsace