von Georg Ringsgwandl
Eine Stubenoper über das Sterben von Höfen
Mutter Weichsenrieder wird wunderlich. Oder vielleicht tut sie nur so dement? Klar ist: Eine Pflegerin muss her! Denn ihre Kinder, die allzeit überforderte Lehrerin Gerlinde und der Wichtigtuer und Manager Rupert, können und wollen die Alte nicht betreuen. So holen Tochter und Sohn Swetlana aus Moldawien auf den Hof, der schon seit Jahren stetig verfällt. Swetlana schmiedet bald eigene Pläne. Und Gerlindes Mann Günter, der Leiter der unteren Naturschutzbehörde beim Landkreis, hat Gefallen an Swetlana gefunden. Und Rupert hat auch ein Auge auf Swetlana geworfen. Und Swetlana? Die steckt mit Mutter Weichsenrieder unter einer Decke! Denn eins ist sicher: „Der Hof darf nicht verrecken!“
Georg Ringsgwandls Stubenoper „Der verreckte Hof“ spielt auf einem Bauernhof und verhandelt im Kleinen die große Welt. Mit komischen Dialogen, pointierten Liedern, großartigen Charakterfiguren und scharfer Zeitkritik entwirft Ringsgwandl eine dörfliche Szenerie, die von den Ausschlägen der modernen Welt nicht verschont wird. Auf hinterlistige und poetische Art und Weise entlarvt Ringsgwandl die Widersprüche und Zerrissenheit zwischen moderner Leistungsgesellschaft und bäuerlichen Werten, Welten, die er in Figuren und Szenen mit schonungslosem Humor jäh aufeinanderprallen lässt. Eine großartige Theatergaudi in Hochdeutsch und Alemannisch!